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Thorsten Krause
Zuletzt aktualisiert
13.10.2021
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4.4
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5 Min.

Der Abgasskandal bei Fiat Chrysler Automobiles (FCA (jetzt Stellantis)) und Iveco steckt in Deutschland zumindest relativ in den Anfängen. Erst seit Sommer 2020 ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen Betrugsverdacht. Auch FCA, die die Marken Fiat, Jeep, Alfa Romeo vereint, und Iveco sollen mit illegaler Abgastechnik tricksen. Besonders hart treffen die Vorwürfe die Besitzer von Wohnmobilen wie die Fiat Camper und Iveco Wohnmobile – bedenkt man deren hohen Anschaffungskosten. Ein erster Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt betrifft den Iveco Daily. Die ersten Verfahren gegen die Hersteller haben begonnen. Wir zeigen Ihnen Ihre Möglichkeiten gegen Fiat-Chrysler und Iveco.

Möglichkeiten

gegen die Fiat AG

 Schadensersatz für den Wertverlust & Fahrzeug behalten (“kleiner” Schadensersatz)

 Kaufpreis (Abzug Nutzung) erhalten & Fahrzeug zurückgeben (“großer” Schadensersatz)

 

Für diese Fiat Motoren

machen wir Rechte geltend

Im Abgasskandal von Fiat-Chrysler und der Konzernschwester Iveco ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem gegen die Motoren der Light-Duty- und Heavy-Duty-Reihe. Sie sind in den Fahrzeugen der Marken Fiat und Iveco verbaut und sollen über ein illegales Abgasreinigungssystem verfügen. Die genauen Bezeichnungen der Motoren lauten bspw.: 110 Multijet F1AE3481G, 115 Multijet 250A1000, 150 Multijet F1AE3481D und 180 Multijet F1CE3481E.

Für Wohnmobile der Marke Fiat handelt es sich um Fahrzeuge, die zwischen 2014 und 2019 hergestellt wurden. Für Umweltexperten sind alle Motoren des Fiat-Konzern mit Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 manipuliert.

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  • Fiat Panda
  • Fiat Punto
  • Fiat Tipo
  • Fiat Bravo
  • Fiat Palio
  • Fiat Linea
  • Fiat Sedici
  • Fiat Idea
  • Fiat Freemont
  • Fiat Doblo
  • Fiat Ducato
  • Fiat Scudo
  • Fiat Talento
  • Jeep Cherokee
  • Jeep Compass
  • Jeep Grand Cherokee
  • Jeep Patriot
  • Jeep Renegade
  • Jeep Wrangler
  • Alfa Romeo MiTo
  • Alfa Romeo Giulietta
  • Alfa Romeo Giulia
  • Alfa Romeo Stelvio

Zur Entschädigung

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  • Benimar Wohnmobile
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Zur Entschädigung

Fiat – Aktuelle Schlagzeilen

KBA Rückruf Iveco DailyIveco

21. April 2021

Mit dem ersten offiziellen Wohnmobil Rückruf wird eine nächste Runde im Dieselskandal bei Iveco eingeläutet. Der Iveco Daily ist mit einem F1C-Motor ausgestattet.

Hunderte Fahrzeughalter erstatten Anzeige gegen Fiat und Iveco

20. November 2020

Nach Razzien und Ermittlungen hatte Staatsanwaltschaft Frankfurt die Halter dazu aufgefordert. Die Ermittlungen gegen beide Hersteller gehen damit in eine heiße Phase.

Fragen & Antworten

zu Ihrem Fiat

Neue Klagen sind gegen die neue Konzernholding Stellantis N.V. zu stellen. Nach der früheren Fiat-Mutter und der ihr folgenden Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wurde am 16. Januar 2021 die Automobilholding Stellantis N.V. gegründet. Sie ist aus der Fusion der Automobilkonzerne Groupe PSA (PSA) und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) hervorgegangen.

Ja. Klägern in der Dieselaffäre steht auch nach einem Fahrzeugverkauf Schadensersatz zu. Das hat der Bundesgerichtshof im Juli 2021 klargestellt. In dem Fall wird als Berechnungsgrundlage der Verkaufspreis des Fahrzeugs herangezogen. Auch eine "Wechselprämie" des Autoherstellers darf nach Urteil der Karlsruher Richter nicht als anspruchsmindernd angerechnet werden.

Bei dem Adjektiv “betroffen” muss im Zusammenhang mit dem Abgasskandal differenziert werden: Wenn in öffentlichen Bekanntmachungen und den Medien von “betroffenen Modellen” gesprochen wird, dann handelt es sich um eine offizielle Feststellung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), dass es bei den Auto-Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen gefunden hat. Dies bedeutet aber nicht, dass alle anderen Fahrzeuge als “nicht betroffen” gelten können, denn über diese offiziell bestätigten betroffen Modelle hinaus gibt bedeutend mehr Herstellermodelle, die nach verschiedenen Expertengutachten ebenso über unzulässige Abschalteinrichtungen verfügen und ebenso die offiziellen Emissionsgrenzwerte weit überschreiten. Auch diese Fahrzeuge sind natürlich betroffen - mit dem Unterschied, dass für sie das KBA nicht oder noch nicht tätig wurde und sie auch amtlich als “betroffen” deklariert hat. Die Summe aller nachweislich betroffenen Fahrzeuge ist folgerichtig um ein Vielfaches höher.

Wir haben als Kanzlei selbst unabhängige Gutachten beauftragt, deren Ergebnisse wir für unsere Verfahren einreichen. Auf diese Weise haben wir bereits viele Urteile gewinnen können. Unsere Rechtsauffassung teilt indes auch der Bundesgerichtshof, der im Januar 2021 erst feststellte, dass betroffene Autofahrer auch dann Anspruch auf Schadensersatz haben, wenn das Fahrzeug nicht von Amts wegen durch das KBA beanstandet wurde.

Fazit: Ein Rückruf des KBA ist also keine Voraussetzung für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen im Abgasskandal.

Es ist richtig, dass die hessische Polizei betroffene Wohnmobilbesitzer aufgerufen, sich als Zeugen zu melden. Allerdings geht es hier nur um Wohnmobile der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6. Ob Sie persönlich auch Anzeige erstatten, ist ganz unabhängig von einem Anwalt Ihnen überlassen. Rein rechtlich handelt es sich um zwei verschiedene Bereiche: Die Staatsanwaltschaft kümmert sich (nur) um die Strafverfolgung, aber nicht darum, dass Sie als Betroffener (oder andere Betroffene) Ihren Schaden ersetzt bekommen. Für Ihren eigenen Schadensersatz macht es daher Sinn, sich an einen Anwalt zu wenden, der dann Ihre Ansprüche für Sie geltend macht.

Wir wissen, dass die Hardware-Nachrüstungen von Wohnmobilen via Katalysator wesentlich aufwendiger sind. Allein als Kosten wird über Größenordnungen von rund 7.000 Euro gesprochen (Angaben ohne Gewähr). Über mögliche langfristige Folgen ist nicht viel bekannt.

Sie müssen nach einem Software-Update müssen Sie allgemein damit rechnen, dass der AdBlue-Verbrauch erheblich zunimmt. Darüber hinaus wird von Problemen mit der Start/Stopp-Automatik, von einer Versottung des Motors sowie von einem stark erhöhten Dieselverbrauch berichtet.

Wir raten grundsätzlich von Software Updates und Nachrüstungen der Hardware mit allem Nachdruck ab, denn neben möglicher Schäden am Fahrzeug, kann im Anschluss auch die Geltendmachung von Rechten aus dem Abgasskandal schwieriger werden.

Die Einrichtung sitzt in der Motorsoftware eines Diesel-Fahrzeugs und steuert die Effektivität der Abgasreinigung in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Bei der Vorrichtung werden gefährliche Stickoxide in den Abgasen jedoch nur in einem Temperaturbereich zwischen 20° bis 30° Grad Celsius reduziert. Außerhalb dieses Temperaturbereichs wird die serienmäßige Abgasreinigung stark reduziert beziehungsweise ganz abgeschaltet. Und das ist nach den neuesten Urteilen des Europäischen Gerichtshof (Ende 2020) und des Bundesgerichtshof (Anfang 2021) nicht zulässig.

Die Aussichten einer Klage auf Schadensersatz können als gut bezeichnet werden. Es werden erfahrungsgemäß weitere Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamtes gegen beide Hersteller folgen – spätestens wenn die Staatsanwaltschaft weitere Ergebnisse ihrer Ermittlungen veröffentlicht. In einem aktuellen Urteil (Ende 2020) hat der EuGH thermische Abschalteinrichtungen für unzulässig erklärt. Ihm folgte Anfang 2021 der BGH mit einem weiteren Urteil, das diese Art Abgasreinigung als illegal bezeichnet. Beide Urteile haben für einen deutlichen Durchbruch in der Rechtsprechung gesorgt und das Tempo der juristischen Aufarbeitung angehoben. Wir sehen daher gute Möglichkeiten, Ihre Rechte gegen Fiat und Iveco wahrzunehmen.

Chronik & Meilensteine

im Fiat Abgasskandal

21. April 2021

Rückruf des Iveco Daily durch das KBA

Die Wohnmobil- und Reisemobilbranche schluckt. Von dem ersten offiziellen Rückruf eines Wohnmobils im Dieselskandal sind die kostspieligen Freizeitfahrzeuge betroffen. Der Iveco Daily ist mit einem F1C-Motor ausgestattet. Die Rückrufe betreffen Modelle der Schadstoffklasse Euro 6 der Baujahre 2015 bis 2019. Ein Software-Update soll eine illegale Abschalteinrichtung entfernen. In Deutschland sind knapp 900 Fahrzeuge betroffen.

1. März 2021

Erstes Urteil gegen Stellantis N.V. (ehemals FCA Italy) in Deutschland

Das LG Koblenz verurteilt Stellantis hierzulande erstmals wegen vorsätzlicher und sittenwidriger Schädigung eines Verbrauchers. Stellantis muss einem Eigentümer eines Wohnmobils auf Basis eines Fiat Ducato Schadensersatz in Höhe von rund 52.500 Euro gegen Rückgabe des Fahrzeugs zahlen (Az. 12 O 316/20).  Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Mitarbeiter der FCA Italy den Dieselmotor vom Typ Multijet des Wohnmobil so konstruiert haben, dass die gesetzlich vorgeschriebene Abgasnachbehandlung ca. 22 Minuten nach jedem Motorstart deaktiviert wird. Stellantis N.V. hat sechs Monate Zeit, um gegen das Versäumnisurteil Beschwerde einzulegen.

16. Januar 2021

Die neue Automobilholding Stellantis N.V. entsteht

Nach der früheren Fiat-Mutter und der ihr folgenden Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wird die neue  Automobilholding Stellantis N.V. gegründet. Sie geht aus der Fusion der Automobilkonzerne Groupe PSA und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) hervor. Der Konzern umfasst 14 Marken. Neue Zivilverfahren richten sich seitdem gegen die Stellantis N.V. – und nicht mehr gegen die FCA.

22. Juli 2020

Fiat gerät unter Betrugsverdacht: Groß-Razzien bei Fiat und Iveco

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft führt beim Autobauer Fiat Chrysler (FCA) und seinem Schwesterkonzern CNH Industrial großangelegte Razzien durch. Der Verdacht der Ermittler: Betrug durch unzulässige Abschalteinrichtungen bei einer Reihe von Fahrzeugmodellen in den Jahren 2014 bis 2019. Betroffen sind PKW der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep, sowie die LKW der Marke Iveco von CNH. Die Durchsuchungen erfolgen an zehn Standorten in Deutschland, Italien und der Schweiz. Mehr als 200.000 sind allein in Deutschland betroffen.

10. Januar 2019

Fiat-Chrysler zahlt dreistelligen Millionenbetrag in den USA

Mit der Zahlung will Fiat-Chrysler den Streit mit der US-Regierung wegen zu hoher Abgaswerte beilegen. Nach US-Medienberichten soll es um mehr als 650 Millionen Dollar gehen. 311 Millionen gehen an die US-Regierung und rund 280 Millionen an Autobesitzer. Auch der deutsche Zulieferer Bosch, der Komponenten für die Dieselmotoren geliefert hat, soll 30 Millionen Dollar beisteuern. Fiat Chrysler wird vorgeworfen, die Abgasgrenzwerte bei mehr als 100.000 Fahrzeugen den USA mit Hilfe einer Software-Steuerung umgangen zu haben.

17. Mai 2017

EU Kommission leitet Verfahren gegen die Italien ein

Die EU Kommission leitet ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die italienische Regierung ein, da diese auch nach Aufforderung deutscher Behörden keinen Handlungsbedarf im Abgasskandal bei Fiat sieht.

12. Januar 2017

Fiat-Chrysler fliegt in den USA mit Betrugs-Software auf

Die US-Umweltbehörde EPA findet gleich acht Abschalteinrichtungen in Fahrzeugen mit Fiat-Motoren. Damit gerät Fiat-Chrysler nach VW als zweiter Hersteller ins Visier der US-Ermittler. Der US-italienische Autokonzern habe von 2014 bis 2016 in gut 100.000 Dieselfahrzeugen Abschalteinrichtungen verwendet, um die Stickoxide im Prüfzustand zu reduzieren. EPA und die kalifornische Umweltbehörde Carb, die bereits den Dieselskandal bei VW aufdeckte, arbeiten gemeinsam an dem neuen Fall Fiat-Chrysler.

25. Mai 2016

Die italienische Zulassungsbehörde sieht keinen Handlungsbedarf

KBA fordert die italienische Zulassungsbehörde auf, Maßnahmen zu ergreifen. Diese winkt jedoch ab. Daraufhin erwägt das KBA, die Typgenehmigung für Reise- und Wohnmobile mit Fiat-Motoren zu verweigern. Es wird jedoch von Bundesverkehrsminister Dobrindt gestoppt.

14. April 2016

Bosch packt gegen Fiat aus

Die Bosch GmbH informiert das Bundesverkehrsministerium darüber, dass sie Fiat unzulässige Abschalteinrichtungen geliefert habe. Bosch war als Autozulieferer im Zuge des Dieselskandals bei VW ins Visier der Ermittler geraten und gestand in dem Zusammenhang auch Lieferungen an Fiat.

7. April 2016

KBA: Neben dem Fiat 500X fällt auch der Fiat Ducato mit Abgasnorm Euro 5 negativ auf

Nach den ersten Untersuchungen der Deutsche Umwelthilfe (DUH) überprüft auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Fiat Fahrzeuge und stellt fest, dass das System der Abgasrückführung (AGR) in seiner Wirksamkeit reduziert arbeitet, was auf eine unzulässige Abschalteinrichtung hinweist. Der Fiat Ducato dient als Basisfahrzeug für die Reise- und Wohnmobilbranche.

9. Februar 2016

Der Fiat 500X sprengt offenbar alle Abgasnormen

Mit 1.777 mg/km Stickoxid reißt der Fiat 500X bei Weitem die Norm von 80 mg/km für Euro 6. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) prüft im Rahmen des Dieselskandals bei VW auch Fahrzeuge anderer Hersteller und gelangt zu den deutlich auffälligen Ergebissen.

Wie alles bei Fiat begann

Stellantis N.V. (ehemals Fiat Chrysler Automobiles) – Fiat Camper – Iveco Wohnmobile

Fiat steht in den USA bereits seit 2017 im Abgasskandal unter Betrugsverdacht. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt seit Juli 2020 gegen die Dachmarke Fiat Chrysler Automobiles (FCA) – seit 2021 Stellantis N.V. – und dem Schwesterkonzern Iveco wegen des Verdachts der Verwendung illegaler Abgastechniken in Fiat-Motoren der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6. 

Stellantis N.V. vereint u.a. Fahrzeuge der Marken Fiat, Jeep und Alfa Romeo unter sich, sowie Wohnmobile der Marken Fiat Camper. Nach Angaben der Ermittler sollen mit den Iveco Wohnmobilen rund 200.000 Fahrzeuge betroffen sein.

Seit Herbst 2020 gehen die Ermittlungen in eine nächste heiße Phase – nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Käufer der fraglichen Fahrzeuge aufgerufen hat, sich bei der Polizei zu melden. Hunderte folgten dem Aufruf und erstatteten Anzeige gegen FCA und Iveco.

Der Dieselskandal bei Fiat-Chrysler (jetzt Stellantis) und Iveco verunsichert vor allem die vielen Verbraucher im Segment Wohn- und Reisemobile. Wohnmobile auf Fiat-Basis zum Beispiel emittierten unabhängigen Messungen zufolge 20 Mal mehr Stickoxide in die Umwelt als erlaubt, womit sie laut Deutsche Umwelthilfe nicht einmal die Euro 1-Grenzwerte einhalten. Ihnen droht ein Wertverlust, Fahrverbot und Stilllegung. Die Halter haben für die eher kostspieligen Fahrzeuge zum Teil jahrelang gespart, um den Lebensabend mit Reisen zu verbringen oder auf diese Weise Freiheit, Abenteuer und Natur anders zu erleben. Ein Wertverlust trifft sie besonders hart

Deutsche und europäische Behörden wissen seit 2016 von den überaus schlechten Messwerten – passiert ist bislang sehr wenig. Italien hatte die Fahrzeuge zugelassen und blockiert seitdem die Aufklärung. Gegen das EU-Partnerland läuft bereits ein Verfahren wegen EU-Vertragsverletzungen sowie erste Schadensersatzklagen. Auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die deutschen Wohnmobile, die auf den Fiat-Modellen basieren, genehmigt. Mittlerweile ist das KBA der Ansicht, dass die Multijet-Motoren im Fiat Ducato die Abgasreinigung manipulieren – und in den meisten Wohnmobilen stecken genau diese Motoren.

Der Fall Fiat wird sich aller Voraussicht nach ähnlich spektakulär entwickelt wie die Skandale bei VW, Daimler, Porsche & BMW. Wir empfehlen daher allen FCA- und Wohnmobilbesitzern zügig zu handeln und sich anwaltlich beraten zu lassen. Dass gute Chancen auf Schadensersatz bestehen, zeigt ein Urteil des Landgerichts Koblenz vom März 2021. Das Gericht hat Stellantis N.V. (vormals FCA) wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadensersatz bei einem Wohnmobil auf Basis eines Fiat Ducato verurteilt. Sprechen Sie uns als erfahrene Experten an.

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