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Thorsten Krause
Zuletzt aktualisiert
04.09.2021
Bewertung
4.4
Lesedauer
5 Min.

Mitsubishi Abgasskandal

Alle wichtigen Informationen für Mitsubishi Fahrer

Mitsubishi Motors Deutschland geriet zum Thema Dieselskandal erstmals 2019 in die Schlagzeilen. Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte bei Abgastests festgestellt, dass Fahrzeuge des japanischen Autobauers die gesetzlich zulässigen Schadstoffwerte teils weit überschreiten. Damit wurde amtlich, dass auch Mitsubishi es mit "sauberen" Dieselautos für Mensch, Klima und Umwelt nicht so genau nimmt. Betroffen sind Fahrzeuge mit 1,6 und 2,2 Liter Dieselmotoren – wie der Mitsubishi Outlander. Aktueller Stand: Halter von Mitsubishi-Diesel-Fahrzeugen müssen jederzeit mit einem Rückruf rechnen. Lassen Sie sich daher zeitnah anwaltlich beraten – KAP Rechtsanwälte stehen Ihnen fachlich zur Seite.

Möglichkeiten

gegen die Mitsubishi Motors Deutschland

✓ Schadensersatz für den Wertverlust & Fahrzeug behalten (“kleiner” Schadensersatz)

✓ Kaufpreis (Abzug Nutzung) erhalten & Fahrzeug zurückgeben (“großer” Schadensersatz)

Sichern Sie sich Ihren Anspruch. Unsere Erstberatung ist kostenfrei.

Für diese Mitsubishi Motoren

machen wir Rechte geltend

Zu den nachweislich manipulierten Motoren gehören die V4 Motoren mit einem Hubraum von 1,6 und 2,2 Liter. Zulieferer dieser Motoren ist die Denso Corporation. Sie sind in den – auf dem deutschen Markt erhältlichen – Fahrzeugmodellen Mitsubishi ASX, Mitsubishi Outlander und Mitsubishi Eclipse Cross verbaut.

  • Mitsubishi ASX 1,6 Liter (DI-D Motor)
  • Mitsubishi ASX 2,2 Liter (DI-D Motor)

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  • Mitsubishi Cross 2,2 Liter (DI-D Motor)

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  • Mitsubishi Outlander 2,2 Liter (DI-D Motor)

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Fragen & Antworten

zu Ihrem Mitsubishi Diesel

Bei dem Adjektiv “betroffen” muss im Zusammenhang mit dem Abgasskandal differenziert werden: Wenn in öffentlichen Bekanntmachungen und den Medien von “betroffenen Modellen” gesprochen wird, dann handelt es sich um eine offizielle Feststellung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), dass es bei den Auto-Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen gefunden hat. Dies bedeutet aber nicht, dass alle anderen Fahrzeuge als “nicht betroffen” gelten können, denn über diese offiziell bestätigten betroffen Modelle hinaus gibt bedeutend mehr Herstellermodelle, die nach verschiedenen Expertengutachten ebenso über unzulässige Abschalteinrichtungen verfügen und ebenso die offiziellen Emissionsgrenzwerte weit überschreiten. Auch diese Fahrzeuge sind natürlich betroffen - mit dem Unterschied, dass für sie das KBA nicht oder noch nicht tätig wurde und sie auch amtlich als “betroffen” deklariert hat. Sinnbildlich gesprochen sind alle durch das KBA deklarierten betroffenen Automodelle nur die Spitze des Eisberges. Die Summe aller nachweislich betroffenen Fahrzeuge ist um ein Vielfaches höher.

Wir haben als Kanzlei selbst unabhängige Gutachten beauftragt, deren Ergebnisse wir für unsere Verfahren einreichen. Auf diese Weise haben wir bereits viele Urteile gewinnen können. Unsere Rechtsauffassung teilt indes auch der Bundesgerichtshof, der im Januar 2021 erst feststellte, dass betroffene Autofahrer auch dann Anspruch auf Schadensersatz haben, wenn das Fahrzeug nicht von Amts wegen durch das KBA beanstandet wurde.

Fazit: Ein Rückruf des KBA ist also keine Voraussetzung für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen im Abgasskandal.

Ja. Klägern in der Dieselaffäre steht auch nach einem Fahrzeugverkauf Schadensersatz zu. Das hat der Bundesgerichtshof im Juli 2021 klargestellt. In dem Fall wird als Berechnungsgrundlage der Verkaufspreis des Fahrzeugs herangezogen. Auch eine "Wechselprämie" des Autoherstellers darf nach Urteil der Karlsruher Richter nicht als anspruchsmindernd angerechnet werden.

Diesel-Halter, die vom Kraftfahrt-Bundesamt zu einem verpflichtenden Software Update oder/und zu Nachrüstungen der Hardware aufgerufen werden, stehen vor einem Dilemma: Lassen Sie bspw. ein Software Update durchführen, müssen Sie mit möglichen weiteren Schäden am Motor rechnen. Allgemein berichten nicht wenige Autohalter nach dem Update von Motorstörungen, lauten Motorgeräuschen und einem deutlich höheren Kraftstoff- und AdBlue-Verbrauch. Mehr noch: Manche unserer Mandanten beklagten, dass ihre Fahrzeuge nach dem Update nicht mehr vom Hof der Werkstatt wegfahren konnten und erst aufwändig zurückgesetzt werden mussten. Verweigern Halter jedoch die Ausführungen der Maßnahmen, kann die Stilllegung des Fahrzeugs drohen. Wir raten dennoch grundsätzlich von Software Updates und Nachrüstungen der Hardware mit allem Nachdruck ab, denn neben möglicher Schäden am Fahrzeug, kann im Anschluss auch die Geltendmachung von Rechten aus dem Abgasskandal schwieriger werden.

Sie müssen nach dem Update damit rechnen, dass der AdBlue-Verbrauch erheblich zunimmt. Darüber hinaus wird von Problemen mit der Start/Stopp-Automatik, von einer Versottung des Motors sowie von einem stark erhöhten Dieselverbrauch berichtet.

Die Einrichtung sitzt in der Motorsoftware eines Diesel-Fahrzeugs und steuert die Effektivität der Abgasreinigung in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Bei der Vorrichtung werden gefährliche Stickoxide in den Abgasen jedoch nur in einem Temperaturbereich zwischen 20° bis 30° Grad Celsius reduziert. Außerhalb dieses Temperaturbereichs wird die serienmäßige Abgasreinigung stark reduziert beziehungsweise ganz abgeschaltet. Und das ist nach den neuesten Urteilen des Europäischen Gerichtshof (Ende 2020) und des Bundesgerichtshof (Anfang 2021) nicht zulässig.

Auch die Manipulation von Benzin-Autos findet auf dem Prüfstand statt: Das zu prüfende Fahrzeug steht auf Rollen, die einen möglichst realistischen Widerstand zwischen Straße und Reifen simulieren sollen. Mitsubishi Motors hat den Widerstandswert so gering angesetzt, dass fast 10 % weniger Energieverlust und damit auch deutlich weniger Spritverbrauch anfällt. Auf diese Weise wurden nicht nur die Typgenehmigungen für die Fahrzeuge erschlichen, sondern mit den Werten wie Spritverbrauch, Leistung und Schadstoff-Emissionen, die diese manipulierten Typgenehmigungen ergaben, wurde obendrein für Kundschaft geworben.

Chronik & Meilensteine

im Mercedes Abgasskandal

25. März 2021

Mitsubishi zahlt 25 Millionen im Ermittlungsverfahren wegen Abgasmanipulationen

Dem japanischen Automobilhersteller wird Betrug mit illegalen Abschalteinrichtungen vorgeworfen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte 2019 bei Abgastests festgestellt, dass Fahrzeuge mit 1,6 und 2,2 Liter Dieselmotoren die gesetzlich zulässigen Schadstoffwerte teils um ein Vielfaches überschreiten. Halter von Mitsubishi-Diesel-Fahrzeugen müssen jederzeit mit einem Rückruf rechnen. Betroffen sind u.a. der Mitsubishi Outlander. Während das Verfahren gegen Mitsubishi mit dem Bußgeld beendet ist, dauern die Ermittlungen gegen die Zulieferer Continental AG und Denso Corporation noch an.

22. Januar 2022

Staatsanwalt führt Razzien bei Mitsubishi Motors Deutschland durch

Die Staatsanwalt Frankfurt durchsucht u.a. die Geschäftsräume der deutschen Niederlassung sowie der Zulieferer Continental AG und Denso Corporation. Mitsubishi wird vorgeworfen, in Dieselfahrzeugen mit Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut zu haben. Konkret geht es um 1,6 Liter Fahrzeuge, die ab September 2015 produziert wurden, sowie 2,2 Liter Fahrzeuge, die ab November 2012 gebaut wurden. Wenn sich die Betrugsvorwürfe bewahrheiten, haben etliche Kunden Anspruch auf Schadensersatz.

15. November 2019

KBA-Abgastests lösen Ermittlungen gegen Mitsubishi aus

Auffällige Testergebnisse des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) führen zu Untersuchungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Mitsubishi Motors Deutschland. Im Rahmen seiner Marktüberwachung hatte das KBA mehrfach Mitsubishi Modelle negativ getestet. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen Modelle mit 1,6 und 2,2 Liter Dieselmotoren der Euronormen 5 und 6. Sie stehen im Verdacht, mit unzulässige Abschalteinrichtungen versehen zu sein. Die Ermittlungen richten sich auch gegen die zwei Zulieferer Continental AG und Denso Corporation.

Wie alles bei Mitsubishi begann

Zum Benzin- & Diesel-Skandal beim japanischen Autobauer

Mitsubishi Japan: Der erste Skandal bei Mitsubishi kam 2016 im Heimatland des Autobauers auf. Damals musste das Management eingestehen, seit 2013 falsche Angaben bei Benzin-Fahrzeugen zum Spritverbrauch gemacht zu haben. Der Betrug konnte nach einer Razzia nachgewiesen werden. Die Japaner standen unter Schock, das Management verneigte sich in aller Öffentlichkeit voller Demut wie es die Tradition vorgibt – die Aktie raste dennoch in den Keller. 

Mitsubishi Deutschland: Ende 2019 zeigten verbesserte Abgastests des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), dass auch bestimmte Diesel-Modelle des Japaners die erlaubten Emissionswerte um bis das 5-Fache überschreiten. Kurz darauf kommt es zu Ermittlungen und Razzien der Staatsanwaltschaft Frankfurt in insgesamt vier Bundesländern. Gegenstand der Ermittlungen sind die 1,6 und 2,2 Liter Diesel-Motoren. Mitsubishi betont, den 1,6 Liter Motor gar nicht selbst entwickelt zu haben. Der Motor stammt vielmehr vom französischen Zulieferer PSA. Die PSA Group gehört mittlerweile zum Automobilkonzern Stellantis. Zu PSA gehören u.a. Peugeot, Citroen und Opel. Auch gegen sie wird bekanntlich wegen Betrugsverdacht ermittelt. 

Ungeachtet aller Beteuerungen – Mitsubishi manipuliert allem Anschein nach seit mindestens 20 Jahren sowohl seine Diesel- als auch seine Benzin-Fahrzeuge. Auf diese Weise wurden die Typgenehmigungen erschlichen – und mit geschönten Werten zu Leistung, Spritverbrauch und Schadstoff-Emissionen um Kundschaft geworben. Dies ist nicht zulässig und damit illegal, weil es vor allem Mensch, Umwelt und Klima schadet.

Anfang 2021 akzeptiert Mitsubishi Deutschland ein 25-Millionen-Bußgeld, um weitere Ermittlungen gegen sich zu beenden. Mitsubishi betont, dass “keine Hinweise auf ein betrügerisches oder vorsätzlich vorschriftswidriges Verhalten” gefunden worden seien. Die Staatsanwaltschaft erklärt demgegenüber, man habe fahrlässige Verletzungen der Aufsichtspflicht im Zusammenhang mit Verfahren der Typgenehmigung festgestellt. Diese hätten mehrere Ebenen unterhalb des Vorstandes und der Geschäftsführung stattgefunden. Kurzum: Das mittlere Management hat sein Personal nicht ordnungsgemäß überwacht, sodass es zu Verkäufen von Fahrzeugen gekommen ist, die nicht den Vorschriften entsprachen.

Die Verfahren gegen mehrere Konzerngesellschaften ist mit der Strafzahlung eingestellt – die gegen die Automobilzulieferer Continental und Denso Corporation hingegen dauern noch an. Continental soll durch die Bereitstellung von Soft- und Hardware-Komponenten den Betrug bei Mitsubishi erst möglich gemacht haben.

Wer einen Mitsubishi-Dieselfahrzeug mit einem 1,6 oder 2,2 Liter Motor besitzt, könnte demnach vom Abgasskandal betroffen sein und Schadensersatzansprüche besitzen. Legen Sie Ihr Anliegen in unsere Hände. Wir prüfen es und geben Ihnen eine realistischen Einschätzung Ihrer Anspruchshöhe.

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